Halbmarathon ist geil, aber…

Halbmarathon ist geil, aber…

Und wieder ist ein total schönes Wochenende in Berlin vorbei. Leider. Bin ich die letzten Jahre noch ohne Carina  beim Berlin Halbmarathon mit gelaufen, so war es diesmal anders. Diesmal stand Carina gemeinsam mit Lou, Diana, Sandra, Franzi, Linda, Sophia und Jan und mir mit an der Startlinie.

Foto: Max Memming

Für mich diesmal eine komplett ungewohnte Rolle. Es ging nicht darum, meine persönliche Bestzeit zu überbieten, es ging nicht darum, alles aus mir herauszuholen. Nein, diesmal ging es darum, meine Freundin gesund und zufrieden über die Ziellinie zu bringen, ihr während des Laufens – wenn nötig – Getränke und Essen zu geben und sie über die 21,1 Kilometer zu pacen. Aufgrund ihrer Vorbereitung war eine Zielzeit zwischen 2:10 und 2:15 realistisch.

Ohne viel vorweg nehmen zu wollen, haben wir es gemeinsam geschafft. Aber mehr zu „Carina’s Weg zum Halbmarathon“ erfahrt ihr auf ihrem Blog: carinibikini.de

Jungle M Zimmer mit Blick auf den Zoo

In meinem heutigen Artikel soll es auch nicht um den – mal wieder tollen – Halbmarathon in Berlin gehen. Keine Frage, aus meiner Sicht einer der schönsten Halbmarathon Läufe Deutschlands! Es soll auch nicht um unser tolles Zimmer im 25hours Hotel Bikini Berlin mit Hängematte und Blick auf den Zoo gehen, es soll auch nicht um die tolle NRC-Lauf-Community gehen…

Gruppen-Foto vom NRC Shake Out Run Foto: Max Memming

Nein, diesmal möchte ich ein anderes wichtiges Thema ansprechen. Sicherlich haben viele von euch über die Social Media Kanäle den Halbmarathon verfolgt. Vermutlich wurde auch der eine oder andere „angefixt“, ebenfalls an so einem Event mit teilzunehmen. Und genau darum geht es: Lass dich bitte nicht „falsch“ motivieren! Ich weiß nicht genau, ob „falsch motivieren“ der richtige Ausdruck dafür ist. Aber bitte lass dich nicht von anderen und schon gar nicht von mir irgendwie unter Druck setzen und glaube, dass du unbedingt einen Halbmarathon laufen musst!

Foto: Max Memming

Niemand ist ein besserer Mensch, wenn er an einem Halbmarathon teilnimmt! Und niemand ist ein schlechterer Mensch, wenn er das nicht macht. Manchmal läuft gefühlt die halbe Social Media Welt einen Halbmarathon… Versteht mich bitte nicht falsch, ich freue mich über jeden, den ich von dieser tollen Sportart überzeugen kann. Aber ich möchte nicht, dass sich unrealistische Ziele gesteckt werden, oder jemand sich schlecht und vielleicht auch als „Außenseiter“ fühlt, weil er sich nicht bei der nächst besten Gelegenheit für einen Halbmarathon angemeldet hat! Oft sind wir einfach noch nicht so weit, so eine Distanz oder Sportart durchzuführen!

Ein Halbmarathon ist kein Kindergeburtstag! Ein Halbmarathon bedeutet eine enorme körperliche Belastung! So ein „Projekt“ muss sehr gut überlegt sein!

Ehrgeiz, Motivation und Inspiration sind wirklich was Tolles, aber achtet bitte immer auf eure Gesundheit! Der Grad zwischen „Komfortzone verlassen“ und „zu viel“ ist manchmal sehr schmal!

Mir war es mal wichtig, das noch einmal in Worte zu fassen!

Lasst mich gerne wissen, wie ihr das ganze Thema seht! Ich bin gespannt! Ich freue mich über ein Feedback von euch!

An dieser Stelle ein herzlichen Dankeschön an den NRC-Fotografen Max Menning für die Bereitstellung der tollen Bilder! Für Inspirationen von Sport- bzw. Running-Fotos unbedingt auf seinem Instagram-Account vorbeischauen!

9 Kommentare

  1. Ich finde deinen Artikel richtig und wichtig, lieber Flo! Ich finde, dass es sehr gut von dir ist, so etwas auch mal öffentlich zu äußern! Klar, ein Halbmarathon ist etwas echt tolles und ein Erlebnis, das niemand so schnell vergessen wird. Ich träume ehrlich gesagt auch ab und an von einer Teilnahme.
    Allerdings muss man auch realistisch und ehrlich mit sich selbst sein. Ich gehe gerne laufen, keine Frage. Allerdings habe ich es nicht so mit der Konsequenz wie beim Krafttraining. Ich laufe wirklich nur, wenn es mir gerade passt und meine Beine quasi von alleine die Kilometer reißen. Daher weiß ich selber, dass es vorerst zumindest nix wird mit der halben Distanz… Aber vielleicht irgendwann, dann bin ich bereit dazu 😉

    Liebe Grüße und danke für deine ehrlichen Worte
    Anne

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  2. Tina

    Hey, ich finde du schreibst wahre Worte. Ich laufe seit dem ich 5 bin. Mal weniger mal mehr. Ich habe in Berlin jetzt erst meinen ersten Halbmarathon gemacht, weil ich die Erfahrung machen wollte und es ist wie du es immer beschreibst. Ein tolles Gefühl. Aber ich habe mich auch Intensiv vorbereitet und denke auch das nicht jeder ein Halbmarathon laufen sollte. Und schon gar nicht unter Druck. Wenn man jetzt beachtet das in Berlin 34000 gemeldet waren und nur 25000 angekommen sind, finde ich das erschreckend. Meine Familie war mitgekommen und sie waren nur froh mich im Ziel heile und gesund zusehen, da wohl viele auf der Strecke zusammen gebrochen sind. Deswegen finde ich dein Blogartikel einfach Klasse !!

    Liebe Grüße und weiter so Tina 🙂

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  3. Sina

    Ganz wichtiger Beitrag. Wozu es nämlich führen kann, wenn man sowas ohne genügende Vorbereitung, mit falschem oder zuviel Ehrgeiz und zuwenig „Hören auf den eigenen Körper“ angeht, hat sich am 26.03.2017 in Venlo ja gezeigt – und KEIN Event ist es wert, dass man dabei stirbt!

    Ich laufe 2 HMs im Jahr, die Herausforderung Marathon lasse ich aber – mein Körper sagt mir deutlich, 21 km reichen. Das macht mich nicht zu einer schlechteren oder weniger „bedeutenden“ Läuferin – knapp über 20 km sind meine persönliche Maximaldistanz, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Punkt.
    Und für wen 10 oder 15 km diese Maximaldinstanz sind, auch der ist Läufer, ist fit, sportlich, darf zurecht stolz sein!
    Kein Wettkmapf/Event dieser Welt entscheidet darüber, ob man wirklich ein Läufer ist.

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  4. Sebastian Johann

    Hi Flo.
    Super Blog Artikel, den sich wirklich viele zu Herzen nehmen sollten.
    Ehrlich gesagt, habe ich mich anfangs auch sehr unter Druck gesetzt & versucht auf Distanz X, Zeit Y zu laufen. Hat dies nicht funktioniert, war ich traurig & deprimiert. Doch mit der Zeit verstand ich die Signale meines Körpers & so begann für mich die unglaubliche, vorher niemals denkbare, Liebe zum laufen. Relativ schnell war klar, dass ich ein Ziel brauche. Da mir das Training mit einem konkreten Ziel viel einfacher fällt. Letztendlich bin ich beim Halbmarathon angekommen & muss sagen das dies, was Vorbereitungszeit angeht, die ideale Distanz für mich ist.
    Wichtig ist, dass man sich ausreichend Zeit für seine Ziele setzt &auf die Signale seines Körpers hört!!
    Alles andere hast du ja bereits super beschrieben.
    War schön euch in Berlin nochmal gesehen zu haben & ich freu mich schon auf den Staffel-Marathon in Mainz mit der #werunfrankfurtcrew.
    Liebe Grüße, Sebastian

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  5. Stephanie Böttger

    Hallo Florian,
    Ich danke dir für diese tollen Worte. Es ist immer eine persönliche Herausforderung und der eigene Sieg für die Arbeit und das Training was man macht. Ich habe dieses Jahr in Venlo meinen ersten Halbmarathon absolviert und es war eine tolle Atmosphäre und ich bin stolz darauf in einer guten Zeit das Ziel erreicht zu haben. Man merkt wie man an seine körperlichen Grenzen kommt und aus diesem Grund ist eine vernünftige Vorbereitung wichtig. Leider wurde der Venloop von einem schweren Schicksal überschatten, dass ein junger Läufer gestorben ist. Ich war zu diesem Zeitpunkt an dieser Stelle und es hat jeden schockiert. Deswegen ist es wirklich wichtig auf seinen Körper zu hören und sich seine Ziele in kleinen aber realistischen Stücken zu setzen. Natürlich wird auch mein Ziel sein meine Zeiten zu verbessern aber in vernünftigen Wegen.
    Liebe Grüße Stephie

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  6. doch, ich finde schon, dass man mit nem HM ein besserer mensch wird. für mich sind sportlichkeit, ehrgeiz, durchhaltevermögen, disziplin positive eigenschaften, und all das braucht man für nen HM bzw. für die vorbereitung. deswegen hat jeder, der sowas macht, bei mir erstmal nen pluspunkt.

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  7. Hallo Flo,
    danke für deinen Beitrag! Ich finde es richtig und wichtig, dass das mal jemand ausspricht! Viele ignorieren im überzogenen Ehrgeiz leider, dass der menschliche Körper keine Maschine, sondern eher eine Pflanze, die man hegen und pflegen, wachsen und gedeihen lassen muss. Sicher kann man alles schaffen, egal ob Halbmarathon, Marathon oder Ultramarathon – es braucht aber Zeit, mitunter viel Zeit, und regelmässiges Training. Viele untrschätzen sich einfach dabei und setzen sich und ihren Körper zu sehr unter (Zeit-) Druck. Dabei kann man nur verlieren.

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  8. Nsdine

    Super Beitrag Danke! Ich selber laufe auch schon seitdem ich jung bin. Seit zwei Jahren kamen jedoch zu meinem Asthma noch zusätzlich sehr starke Knieprobleme! Nach einigen Rückschlägen musste ich dann doch einsehen, dass es null bringt sich und seinen Körper auf Dauer so zu quälen und zu ruinieren. Diese Einsicht gehört auch zum Thema „Bodylove“ für mich.

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  9. Hey Florian,
    da hast du recht. Es gehört inzwschen fast zum guten Ton, mindestens einen halben – wenn nicht gar einen ganzen – Marathon laufen zu müssen, um sich und anderen etwas zu beweisen. Es fällt mir persönlich auch manchmal schwer, mich diesem Sog (z.B. bei Insta) zu entziehen. Daher ist es umso wichtiger, mal auf die Problematik hinzuweisen und die Leute zum Nachdenken zu bringen. Ich denke, das ist dir gelungen! 😉
    Sportliche Grüße,
    Lotta

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