Frankfurt Halbmarathon

Am Sonntag fand in Frankfurt der Halbmarathon statt. Natürlich stand die Frage überhaupt nicht im Raum, ob ich an dem Halbmarathon teilnehme oder nicht. Angemeldet hatte ich mich bereits Anfang Dezember. Und das, obwohl bereits feststand, dass ich so gut wie den kompletten Februar im Urlaub sein werde. Also keine optimale Vorbereitung.

Die Vorbereitung

Im Urlaub selbst bin ich dann auch einmal eine kurze Distanz gelaufen. Auf mehr hatte ich keine Lust. Dafür hielt ich mich mit knappen Freeletics-Workouts fit.

Im gesamten März kam ich bis einem Tag vor dem Halbmarathon auf 80 gelaufene Kilometer. Also – meiner Meinung nach – nicht wirklich viel, sofern man vor hatte am Wettkampftag ordentlich Gas zu geben. Das ich inzwischen längere Distanzen > 20 Kilometer mehr oder weniger aus dem Stand laufen kann, das war mir soweit klar. Diese Grundkondition habe ich inzwischen. Aber meine Schwäche ist weiterhin meine Geschwindigkeit. Wenn ich locker und ohne Anstrengung laufe, bin ich im so 5:20-5:30 pro Kilometer unterwegs. Ich nenne das immer meine „Komfortzonen-Pace“.

Am Tag des Wettkampfes fuhr ich relativ entspannt und ohne Erwartungen zur Commerzbank Arena. Morgens gab es noch paar Scheiben Toast mit Honig – über meine Ernährung kurz vor dem Wettkampf könnt ihr hier mehr erfahren – und somit war die Vorfreude auf den Start groß. Meine vorgenommene Zeit lag vor dem Start zwischen 1:35 und 1:40. Im Janauar diesen Jahres lief ich bei meinem letzten Halbmarathon in Norwegen beim Polar-Run 1:45. Meine aktuelle Bestzeit von 1:37 lief ich im Mai 2015 in Kassel. Somit wäre alles unter 1:37 super geil gewesen und alles bis 1:40 total zufriedenstellend!

Der Start

Glücklicherweise wurde durch den Veranstalter sogenannte „Pacemaker“ zur Verfügung gestellt. Diese Pacemaker laufen ein sehr konstantes Tempo und erreichen das Ziel, in der zuvor mittels Luftballon angegeben Zeit. Ich orientierte mich an den Pacemaker mit 1:35. Meine Ausgangsidee war, so lange wie möglich das Tempo des Pacemakers mitzuhalten, um mir so ein entsprechendes Zeitpolse zu erarbeiten, um das Ziel unter 1:37 zu erreichen.

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Geschafft! Neuer persönliche Bestzeit: 1:34:29

Die ersten 10 Kilometer liefen erstaunlich gut. Der Pacemaker war vor allem für die Kilometer am Anfang eine tolle Orientierung und Hilfe.  Eine tolle Empfehlung für alle Läufer! Natürlich musste ich mein „Komfortzonen-Tempo“ deutlich verlassen und schneller laufen, aber das klappte. Und warum? Weil es „nur“ Kopfsache war! Und mit jedem Kilometer mehr, merkte ich, dass ich super in der Zeit lag. Einen Motivationsschub gab es bei Kilometer 12. Die Strecke verlief an dieser Stelle direkt vor unser Haustür und Carina stand zum Anfeuern bereit. Der 1:35-Pacemaker war in der Zwischenzeit  hinter mir. Ab Kilometer 15 wurde es dann eklig. Wie Lou von Fit-Trio sagen würde, ich musste alle meine „Schweinedinos“ überwinden. Ich merkte, dass ich etwas langsamer wurde. „Mein“ Pacemaker holte inzwischen auf und lief wieder neben mir. In den Moment, als ich gerade mein Tief hatte, schwor ich mir, dass der Pacemaker nicht an mir vorbeiziehen wird! Ich raffte mich nochmal auf! Aus meiner Sicht ist es bei Lauf-Wettkämpfen enorm wichtig, die negative Gedanken (…jetzt zu gehen wäre schön… oder …ich drehe jetzt um und höre auf…) unter gar keinen Umständen sich entwickeln zu lassen! Vor allem dann, wenn es anstrengend wird, musst du die Antwort auf die Frage „Warum mache ich das hier?“ parat haben!

Die nächsten Kilometer wurden sicherlich nicht einfacher, aber ich sagte mir, wenn ich langsamer laufen würde, dann dauert es auch länger bis ich im Ziel bin. Eigentlich logisch. Aber einfacher gesagt, als getan. Ich kann schon einmal vorweg nehmen, dass der Pacemaker mich auf den restlichen Kilometern nicht mehr überholte. Die restilichen Kilometer musste ich dann wirklich noch mal auf die Zähne beißen. Am meisten motivierte mich die Tatsache, dass ich wusste, dass ich bei gleichbleibenden Tempo meine bisherige Bestzeit knacken würde und das deutlich! Das wollte ich mir nach den tollen 15, 16 Kilometern nicht mehr nehmen lassen. Wenn ich es soweit und so schnell geschafft hatte, dann war langsamer werden oder aufgeben keine Option! Aus den bisherigen Läufen war mit die Situation zudem bekannt. Ich wusste, dass die restlichen paar Kilometer nur noch über den Willen gehen!  Beim Einlaufen ins Stadion, gab ich auf der Zielgeraden noch einmal Vollgas. Ich kam bei 1:34:29 ins Ziel. Ich erreichte eine Zeit, an die ich im Vorfeld nicht geglaubt hätte.

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Mein erster Halbmarathon 2012. Ich kam nach 2:14:00 in Ziel

Wille schlägt Talent!

Von meinem Körpertyp bin ich sicherlich kein klassischer Läufer! Während meiner aktiven Zeit beim Fußball war ich bei den Laufeinheiten immer einer der letzten. Einer meiner damaligen Spitznamen war „Dicki“. Und hätte man mir damals gesagt, dass ich an mehreren Lauf-Wettkämpfen teilnehmen würde, so hätte ich diesen sicherlich ausgelacht. Aber inzwischen habe ich an weit über 12 Laufveranstaltungen teilgenommen. Meinen ersten Halbmarathon lief ich in 2:14. Und meine aktuelle Bestzeit liegt – seit gestern – bei 1:34:29. Meinen ersten und bisher einzigen Marathon lief ich in 3:52. Und das alles war bzw. ist möglich, obwohl ich sicherlich kein Talent für das Laufen haben! Ganz und gar nicht. Mit meinem Oberschenkelumfang könnte, wenn überhaupt als Sprinter gelten. Aber nicht als Ausdauer-Läufer! Aber wie ist das alles möglich? Wie konnte ich das, was ich bisher erreicht habe, erreichen? Die Antwort ist einfach: Mit Wille und Spaß!

Ich hoffe, dass ich mit diesem Blog-Artikel oder eher gesagt Roman, dem einen oder anderen aufzeigen konnte, dass man nicht der allerbeste und talentierteste sein muss! Wichtig und ausschlaggebend ist in meinen Augen nur die Tatsache, ob ihr wirklich einen 100%zigen Willen habt, eurer Ziel zu erreichen und ob es euch Spaß macht!

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8 thoughts on “Frankfurt Halbmarathon

  1. Wow, ich bewundere dich, dass du so lange laufen kannst.. ich bin mit meinem 10km meist schon fast überfordert, obwohl ich da schon sehr stolz darauf bin, weil ich vor ein paar Monaten nicht mal 2-3km durchlaufen konnte. 😀
    Also meinen Respekt hast du aufjedenfall, weiter so!!!

    Und alles Liebe und Gute!!! Lass dich feiern und genieße deinen Tag!
    Liebe Grüße, Josy

  2. Glückwunsch Flooorrriii! Am 10. April starte ich beim HM an der Deutschen Weinstraße. Zur Zeit bin ich Verletzt und kann nicht trainieren und hoffe, dass ich bis 10. April wieder fit bin.

    1. Danke dir! Ich drücke die Daumen, dass das klappt! Aber sind ja noch paar Wochen! Ich glaube fest daran!!

  3. Wow Flooorriii was für ein mega guter Beitrag! Ich hatte zwischenzeitlich Gänsehaut! 🙂
    Ich freue mich mega auf meinen ersten HM Ende Juni in Hamburg! Für mich geht es primär ums ankommen, aber es ist trotzdem toll
    von so einem erfahrenen Hasen zu lesen und „Tipps“ zu bekommen.

    Mach weiter so du Maschine! 🙂

    Liebe Grüße,

    Birthe

  4. […] Am Sonntag fand in Frankfurt der Halbmarathon statt. Natürlich stand die Frage überhaupt nicht im Raum, ob ich an dem Halbmarathon teilnehme oder nicht. Angemeldet hatte ich mich bereits Anfang Dezember. Und das, obwohl bereits feststand, dass ich so gut wie den kompletten Februar im Urlaub sein werde. Also keine optimale Vorbereitung. Im Urlaub selbst bin ich dann auch einmal eine kurze Distanz gelaufen. Auf mehr hatte ich keine Lust. Dafür hielt ich mich mit knappen Freeletics-Workouts fit. Im gesamten März kam ich bis einem Tag vor dem Halbmarathon auf 80 gelaufene Kilometer. Also – meiner Meinung nach – nicht wirklich viel, sofern man vor hatte am Wettkampftag ordentlich Gas zu geben. Das ich inzwischen längere Distanzen > 20 Kilometer mehr oder weniger aus dem Stand laufen kann, das war mir soweit klar. Diese Grundkondition habe ich inzwischen. Aber meine Schwäche ist weiterhin meine Geschwindigkeit. Wenn ich locker und ohne Anstrengung laufe, bin ich im sOriginal Artikel ansehen […]

  5. […] Am Sonntag fand in Frankfurt der Halbmarathon statt. Natürlich stand die Frage überhaupt nicht im Raum, ob ich an dem Halbmarathon teilnehme oder nicht. Angemeldet hatte ich mich bereits Anfang Dezember. Und das, obwohl bereits feststand, dass ich so gut wie den kompletten Februar im Urlaub sein werde. Also keine optimale Vorbereitung. Im Urlaub selbst bin ich dann auch einmal eine kurze Distanz gelaufen. Auf mehr hatte ich keine Lust. Dafür hielt ich mich mit knappen Freeletics-Workouts fit. Im gesamten März kam ich bis einem Tag vor dem Halbmarathon auf 80 gelaufene Kilometer. Also – meiner Meinung nach – nicht wirklich viel, sofern man vor hatte am Wettkampftag ordentlich Gas zu geben. Das ich inzwischen längere Distanzen > 20 Kilometer mehr oder weniger aus dem Stand laufen kann, das war mir soweit klar. Diese Grundkondition habe ich inzwischen. Aber meine Schwäche ist weiterhin meine Geschwindigkeit. Wenn ich locker und ohne Anstrengung laufe, bin ich im sOriginal Artikel ansehen […]

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